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Miet and Greet: Zu Besuch in einem Londoner Art-déco-Apartment

Miet and Greet: Zu Besuch in einem Londoner Art-déco-Apartment

Miet and Greet | Zeena Shah

Vorsicht beim Bilderaufhängen, Hinschauen beim Möbelrücken und mehr als eine weiße Wand ist auch nicht drin. Wer zur Miete wohnt, hält sich mit dem Einrichten oft zurück – man will beim Auszug schließlich nicht die Kaution riskieren. In unserer Reihe Miet and Greet treffen wir Mieter, die sich trotzdem was getraut haben. Unsere erste Station: Zeena Shah und ihre romantische Art-déco-Wohnung in London.

Name: Zeena Shah

Alter: 34

Job: Art-Director und Stylistin – meistens jedenfalls

Umzugsgeschichte: Habe schon in ganz London Wohnungen gemietet. In meiner jetzigen Wohnung lebe ich seit 2 Jahren.

Mitbewohner: Ihr Verlobter Zack

Location: Hackney im Londoner Osten

Wohnung: 2 Zimmer in einem denkmalgeschütztem Gebäude

Instagram: @heartzeena

In England ist es üblich, Immobilien zu besitzen. Warum lebst du zur Miete?

Unterm Strich: weil wir uns die Londoner Wohnungspreise einfach nicht leisten können. Das geht hier immer mehr Menschen so. Mein Partner und ich arbeiten beide im Kreativbereich, mit unseren Gehältern können wir uns die Anzahlung für einen Kredit nur sehr schwer zusammensparen. Eine Wohnung zu mieten wird in London deswegen immer normaler.

Das Gebäude in dem du lebst steht unter Denkmalschutz – hat das Vorteile?

Absolut. Alle Bewohner sind sich des Alters des Gebäudes sehr bewusst und gehen sorgsam mit dem Bau um. Es macht mich glücklich zu sehen, wie sehr sich alle für die Vergangenheit dieser Gegend interessieren. Mit unseren Nachbarn organisieren wir auch regelmäßig Partys im großen Gemeinschaftsgarten. Wir nehmen alle gegenseitig unsere Post an – ich finde es hier ganz wunderbar.

Und hat der Denkmalstatus auch irgendwelche Nachteile?

Gelegentlich müssen wir ziemlich saftige Gebühren zahlen, zusätzlich zur Miete. Das nehmen wir hin, weil bis jetzt die Vorteile die Nachteile überwiegen. Wir dürfen am Interior nichts verändern, selbst um Bilder aufzuhängen müssen wir erst eine Genehmigung einholen. Und wir dürfen die originale Farbgebung des Komplexes nicht verändern. Zum Glück liebe ich Rosa und Hellblau.

Wir finden die Wohnung traumhaft – wie hast du sie entdeckt?

Wir hatten echt Glück. Ich bin über das Inserat gestolpert, ohne das Gebäude oder seine Geschichte wirklich zu kennen. Aber ich habe Freunde, die öfter mal mit dem Bus hier vorbeikommen. Die waren total begeistert und wollten schon immer mal wissen, wie es hier innen aussieht. Bei der Besichtigung haben wir also erst mal ganz cool getan, obwohl ich eigentlich an Ort und Stelle zusagen wollte.

"Ich liebe dieses Apartment, es macht mich einfach happy. Gäste sind oft überrascht, dass es sich hier um keine Eigentumswohnung handelt. Aber Mietwohnung muss halt nicht immer Einheitsbrei bedeuten."

Hast du Tipps für die Wohnungssuche?

Klar muss man Glück haben. Aber eine gute Vorbereitung ist essentiell. Bleib hartnäckig. Die Wohnung deiner Träume ist irgendwo da draußen. Wir bezahlen hier mehr Miete als geplant aber wegen der zentralen Lage erreichen wir die Londoner Innenstadt sehr gut mit dem Fahrrad, was uns wiederum Kosten für öffentliche Verkehrsmittel spart.

Ihr seid zu zweit. Wie lebt es sich in einer recht kleinen Wohnung?

Es gibt hier keinerlei Stauraum. Das war beim Einzug schon ein kleiner Struggle – ich habe viel zu viele Klamotten! Aber wir haben es irgendwie hinbekommen, unser ganzes Zeug unterzubringen. Ich nutze zum Beispiel auch den Platz hinter den Vorhängen im Schlafzimmer und hänge Taschen an die Türgriffe. Mein Stil ist recht eklektisch – ich könnte niemals in einer minimalistisch eingerichteten Wohnung leben.

Zeenas Tipps für's Mieterglück

Lass dir Zeit mit der Einrichtung

Unsere Wohnung war beim Einzug teilmöbliert, was super war. Wir hatten gar keine eigenen Möbel. Man muss in einer Wohnung eh erst eine Weile leben bevor man eine Ahnung hat, was man braucht. Bei uns ging das Einrichten auch nicht schnell, es hat alles eine Weile gebraucht.

Persönliche Objekte machen eine Wohnung zum Zuhause.

Seit dem Einzug haben wir hier wirklich viel verändert. Das ist bei mir aber immer so, neue Wohnungen bekommen sofort ein Zeena-Makeover! Ich liebe es einfach, von den Dingen umgeben zu sein, die mich schon seit Jahren begleiten. Sammeltassen oder Bücher – jedes Objekt hat eine Geschichte. Für mich ist das entspannend.

Unkompliziertes zuerst umgestalten

Als allererstes habe ich die wild gemusterten Vorhänge im Wohnzimmer entfernt. Zack hatte dann die Idee, an die Gardinenstange einfach Pflanzen zu hängen. So kommt auch gleich viel mehr Licht in die Wohnung. Alles, was man dann noch braucht, ist ein rosa Sofa – fertig ist der Look.

Um Stauraum zu schaffen, muss man auch mal kreativ werden.

Ich bin ziemlich gut darin, jede Ecke zu nutzen – ich hasse es einfach, Sachen wegzuwerfen. Das Bett haben wir auf Holzblöcke gestellt, um darunter mehr Platz für Kisten zu schaffen. Auch hinter dem Sofa verschwindet Krams. Auf dem Schrank bewahre ich Kleinkram in hübschen Boxen auf.

Autor: Natalie Wall
Fotograf: Liz Seabrook

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