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Unterhaltung mit Haltung: Hausbesuch bei Wana Limar

Unterhaltung mit Haltung: Hausbesuch bei Wana Limar

Video Creator, MTV Moderatorin, DJ, frischgebackene Ehefrau, Aktivistin und seit kurzem auch noch Kombucha-Brewer. Wenn es einen Menschen gibt, der uns etwas über's Bewältigen voller Terminkalender verraten kann, dann ist das Wana Limar. Ach ja – für den gemeinnützigen Verein Visions for Children macht sie sich außerdem stark. 


Wie schafft sie das alles? Haben wir uns auch gefragt und Wana in ihrem jüngst bezogenen Altbautraum besucht. Ein Gespräch übers Vielbeschäftigtsein, Prioritäten setzen und neue kreative Projekte. 

Wana, hi! Erzähl mal, wie und wo wohnst du?

Ich lebe mit meinem Mann in Charlottenburg, West-Berlin. Auch bekannt als die Gegend mit den besten asiatischen Restaurants. Also wirklich jetzt – geht später unbedingt noch was essen. 

Charlottenburg ist bekannt für gediegenen Charme – warum hast du dir diesen Stadtteil ausgesucht?

In Hamburg bin ich nicht in der allerbesten Gegend aufgewachsen. Für mich war immer klar, wenn ich mal groß bin, will ich was ganz anderes haben. Irgendwas Schickes, Schönes und … ja … Gediegenes eben. Als mein Mann zu mir zog, war gleich klar, dass wir in der Ecke bleiben werden. 

Und wie war das Zusammenziehen? Fiel es euch leicht, zwei Haushalte zusammenzulegen?

Es war sooooo schön. Mein Mann hat lange im Ausland gelebt, besaß bis auf ein paar Klamotten also gar nicht so viel Zeug. Na ja … er brachte das ein oder andere „Kunstwerk“ mit. Die habe ich ihm jetzt mal gelassen. Mein Mann ist wunderbar, ein hervorragender Koch und fantastischer Partner – was seine Schnapsideen beim Einrichten wieder ausgleicht (lacht). 

Und was hast du dir für die Wohnung ausgesucht?

Mir war es wichtig, mich mit Dingen zu umgeben, die ich auch nach Jahren noch gut finden werde. Bevor ich mich also auf irgendein Möbelstück festlegte, habe ich wirklich gründlich überlegt. Am Ende wählte ich Designs, die zeitlos aber interessant sind. 

Sollte ein (freundlicher) Unbekannter sich in deiner Wohnung umschauen – was für einen Eindruck bekäme der?

Hoffentlich, dass hier jemand mit Geschmack und halbwegs Intellekt wohnt (lacht). Er sollte aber vor allem das Gefühl haben, dass hier eine Person lebt, die sich Gedanken macht und die gastfreundlich ist. Ich habe zum Beispiel immer was Ordentliches zum Essen im Haus. Das ist vielleicht aber auch so ein afghanisches Ding. 

Lass uns mal über deinen Job reden – hast du sowas wie einen typischen Arbeitstag?

Der beginnt mit einem Glas meines hausgemachten Kombucha, dann geht’s in’s Office – Projekte besprechen und Mails durchgehen. Ich bin süchtig nach Youtube, in der Mittagspause belohne ich mich also mit einem Beauty-Tutorial. Nach der Arbeit Gym oder direkt nach Hause. Aber ich bin viel auf Shoots oder Gigs, so ein normaler Tag passiert gar nicht so oft. 

Und wie managst du deinen Workload? 

Bevor ich meine wunderbare Assistentin einstellte, war oft so viel zu tun, dass ich nur reaktiv, nie proaktiv agieren konnte. Das war schon frustrierend. Jetzt kann ich viel kreativer sein und selbst Ideen für Videos oder Projekte entwickeln. Die letzten Monate habe ich mich sehr auf meine Rolle als Botschafterin für Visions for Children fokussiert – aber jetzt geht’s an neuen Video Content. 

Was empfindest du als das Schönste und Schlechteste an deinem Beruf?

Das Beste ist, dass ich ich sein kann. Dass ich viele Leute erreiche und in irgendeiner Form einen positiven Effekt auf die Gesellschaft habe. Und das Schlechteste? Na ja … Social Media ist Fluch und Segen für mich.

 

Hast du Ideen, wir uns einen gesünderen Umgang mit Sozialen Medien angewöhnen können? 

Kanye West hat da neulich was total passendes in einem Interview gesagt: Social Media ist wie Rauchen in den 50ern und 60ern. Wir konsumieren ein Genussmittel im Büro, im Bett, vor Kindern – ohne die Konsequenzen wirklich zu verstehen. Was für mich ganz gut funktioniert, ist meinem Handy ab und an Auszeiten zu geben.

 

Hast du eigentlich mal einen richtig guten Karrieretipp bekommen? 

Ja! Letztes Jahr meinte eine Freundin zu mir: „Hey, nehme keinen Job an, den du nicht zu 5000 % fühlst.“ Vertraue deinem Bauchgefühl. Klar musst du ein Auge auf die Bücher haben, aber niemand sollte zu viel Zeit mit Projekten verbringen, die einem nicht gefallen. 

Und wie sieht’s aus mit schlechten Karriere-Ratschlägen?

„Du musst den Content produzieren, den die Leute sehen wollen.“ Es ist total abträglich, sich nur an dem zu orientieren, was gerade gefragt ist. Als Content Creator sitzt du doch am längeren Hebel, du kannst dein Publikum erziehen und ganz neue Sehgewohnheiten schaffen. Die Leute schauen meine Inhalte ja, weil ich für etwas stehe.

Etwa dein Engagement fur Visions for Children?

Ja. Ich bin jetzt seit mehr als sieben Jahren Teil des Vereins und habe über diesen Zeitraum Updates zu unseren Projekten kontinuierlich mit meiner Community geteilt. Ich denke, die Leute interessiert’s weil wir sehr transparent sind mit unserer Arbeit – man kann ganz klar nachvollziehen wo Spendengelder hingehen. Übrigens: Neue Schulbauprojekte sind in Planung, so stay tuned! 

Was brauchst du in deinem Office, um effizient zu arbeiten?

Ich brauche ‘nen aufgeräumten Arbeitsplatz und gutes Licht – also indirektes Licht von einer Lampe oder Tageslicht. Dann kann ich mich am besten konzentrieren. 

Letzte Frage: Wofür hättest du gerne mehr Zeit?

Lesen! Ich fange so viele Bücher an, die dann liegen bleiben, weil ich von irgendwas abgelenkt werde. Also ja: lesen und nichts tun.

Autor: Lisa Wenske
Fotograf: Robert Rieger | Art Direction by: Laura Cumming

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