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Ein Haus wie gemalt: Vintage trifft Modern in diesem charmanten Interior

Ein Haus wie gemalt: Vintage trifft Modern in diesem charmanten Interior

Zehn Minuten von der Innenstadt entfernt, liegt Weimars vielleicht schönstes Villenviertel. In ihrem liebevoll eingerichteten Zuhause lebt und arbeitet dort Jessica Herber: Illustratorin, Goldschmiedin und kreative Kraft hinter ihrem Label Stadtelster. Gemeinsam mit ihrem Partner Julius, gelernter Tischler und Architekturstudent, kreierte sie in drei Zimmern ein farbenfrohes Interior aus sorgfältig kuratierten Vintage-Möbeln und modernen Designs. Wir waren an einem heißen Sommertag zu Besuch um herauszufinden, was Jessica inspiriert – und durften dabei gleich noch ihren hausgemachten Iced Latte probieren.

Liebe auf den zweiten Blick

„Ganz ehrlich, anfangs waren wir ziemlich skeptisch. Bevor wir hier einzogen, lebten wir in einer absoluten Traumwohnung, mussten da aber leider raus – das Haus war neben einer Hauptstraße und der Lärm war irgendwann nicht mehr auszuhalten. Diese Wohnung haben wir das erste Mal in schummrigem Abendlicht gesehen … und waren wenig begeistert. Bei einer zweiten Besichtigung bei Tageslicht haben wir uns dann sofort in die Ruhe, das große Wohnzimmer und das wunderschöne Viertel verliebt.“

Auf Evergreens setzen

„Was neue Anschaffungen angeht, bin ich zum Glück sehr vernünftig und kaufe eigentlich selten Neues. Zudem ist unsere Sammlung von Vintage-Designs und Erbstücken über Jahre langsam gewachsen – wir suchen Möbel sehr sorgfältig aus, da sie uns möglichst lange begleiten sollen. Außerdem ist eben vieles selbst gefertigt, hat einen ideellen Wert oder einen materiellen, wie unser Glücksfund: ein klassisches Knoll Sofa mit den passenden Sesseln dazu.“

Farbe bekennen

Jessicas Energie und Liebe zu sorgfältig Gefertigtem spiegelt sich in ihrer ganzen Wohnung wieder – genau wie ihre Neigung zu leuchtenden Farben: „Farbe an die Wände zu machen, das war definitiv die beste Entscheidung! Das verändert den Raum völlig und gibt ihm, je nach Farbton, eine ganz besondere Stimmung. Mal edel, mal frisch oder verspielt... großartig! Ich finde auch toll, wie die Vetro Lampe vor dem Blauton wirkt. Das Design ist eine gelungene Mischung aus Modern und Retro-Chic, hat fast schon was objekthaftes.“

Klarer Favorit

„Mein Lieblingsraum ist auf jeden Fall das Wohnzimmer. Es ist sehr groß, schön hell und mit geöffneter Balkontür hat man das Gefühl, es noch ein Stückchen größer zu machen. Die Midcentury-Regale hier waren noch so ein Glücksfund: Sie wurden auf ebay mit richtig schlechten Bildern angeboten – aber ich wusste trotzdem sofort, die muss ich haben.“

Hausgemachtes Design

„Unser Style ist ein Mix aus Modern, Vintage und einigen von Julius entworfenen und gefertigten Möbeln. Er ist gelernter Tischler und der große Esstisch im Wohnzimmer mit den passenden Bänken war seine Abschlussarbeit. Ich finde, das Luna Geschirr darauf unterstreicht dank der schwarzen Keramik alle Farben drumherum noch mehr.“

Entspannt elegant

„Wir haben häufig Freunde zu Besuch, sind beide gern Gastgeber und verbringen die Abende meist ganz entspannt am großen Esstisch. Wir sind aber eher Liebhaber relaxter Partys mit gutem Wein, Gesprächen und Musik.“

Made by us

„Was unser Interior ausmacht, ist, dass wir Alt und Neu mixen. Man kann ja Altes recht günstig kaufen und dann mit ein paar Handgriffen zu etwas Einzigartigem machen. Unsere Küche zum Beispiel: Die war eigentlich nichts Besonderes aber Julius hat dann schlichte Holzgriffe angebaut. Das hat den Look sofort verändert.“

Form folgt Funktion

„Beim Einrichten ist es wichtig zu überlegen, welche Funktion ein Raum haben soll – will man dort schlafen, arbeiten relaxen? So fange ich an. Praktisch ist es, vorher ein gewisses Farbkonzept im Kopf zu haben, nach dem man Möbel und Accessoires aussucht. Aber oft fügt es sich auch mit der Zeit einfach. Was ich beim Einrichten dieser Wohnung gelernt habe, ist Wände auf jeden Fall zu streichen, BEVOR man Möbel aufstellt.“

Paint it pretty

„Das Goldschmiedehandwerk übe ich in meinem Werkstattladen im Herzen Weimars aus, die Illustrationen und Grafikarbeiten entstehen zu Hause an meinem Eiermann Tisch – noch so ein Klassiker, den ich liebe! Ich brauche diese strikte Trennung, da das Zeichnen für mich etwas sehr Intimes ist, wofür ich Muße und Ruhe brauche. Der Laden wäre dafür nicht der richtige Ort – zu viel Ablenkung, Unterbrechungen und letztlich auch Dreck, da das Goldschmieden viel Feinstaub verursacht.“

Mach mal Pause

„Ich bin mit ganzem Herzen kreativ. Aber vor ein paar Monaten habe ich mich ein wenig übernommen – das Goldschmieden, der Laden, die Illustrationen und Workshops mache ich ja auch. Es kam zu einem Punkt, wo ich plötzlich gar keine neuen Ideen mehr hatte. Also habe ich angefangen ‚Nein‘ zu neuen Illustrationsprojekten zu sagen, mir mehr Freiräume zu schaffen. Das war richtig so. Heute habe ich wieder viel mehr Energie und auch Lust mich voll in die Arbeit zu stürzen.“

Da blüht uns was

„Es macht mich richtig glücklich, dass es unseren Pflanzen hier so gut geht. In der alten Wohnung ist mir ständig alles eingegangen. Vielleicht ist es das viele Sonnenlicht, das wir hier bekommen, aber manchmal komme ich gar nicht hinterher mit dem Gießen.”

Auf gute Nachbarschaft

„Wir sind öfter mal in der Gegend spazieren gewesen und ich habe eigentlich jedes Mal gedacht: Hier will ich mal wohnen. Als die Wohnung in dieser Villa frei wurde, konnten wir unser Glück kaum fassen. Es ist so ruhig, so grün und einfach wunderschön. Außerdem ist die Bauhaus Universität gleich um die Ecke und es wohnen viele Studenten aber auch junge Familien hier. Am Sonntag findet man uns wahrscheinlich in der Konditorei ein paar Straßen weiter – die Torten dort sind ein Traum.”

Autor: Lisa Wenske
Fotograf: Barbara Cilliers

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