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Anna Wilkins auf dem Sofa in ihrer Wohnung

Charakterstudie: So gewinnt eine Neubauwohnung an Persönlichkeit

In Großbritannien zählt das Eigenheim zu den großen Lebenszielen. Mit rasant gestiegenen Hauspreisen im ganzen Land wird die Anschaffung einer Wohnung aber für viele Menschen zu einem utopischen Traum – gerade in London. Auch für Anna Wilkins, freie Bildredakteurin und Stylistin, war die eigene Wohnung außer Reichweite. Ihr half ein Modell namens „Shared Ownership“ (Geteiltes Eigentum), bei dem man nur einen Teil der Wohnung kauft und für den Rest reduzierte Miete bezahlt. Den so erworbenen Neubau hat sie dann mit sicherem Stilgespür verwandelt – in ein Zuhause voller Charakter. Wie ihr das gelang, hat sie uns beim Hausbesuch verraten.

To buy, or not to buy

Ein Wohnungskauf ist für viele Normalverdienende in London undenkbar. Dank „Shared Ownership” schaffte Anna trotzdem den ersten Schritt zum Eigentum: „Mir gehören 25 % der Wohnung, für den Rest zahle ich Miete an eine Immobiliengesellschaft.” Im Gegensatz zu normalen Mietern darf sie die Wohnung so gestalten, wie sie will. „Als erstes wollte ich, dass jeder Raum hier eine andere Wandfarbe bekommt – und eine Tapete für den Gang.”

Abdunkeln

„In dem Sommer, als ich die Wohnung kaufte, hatte ich einen Job im Laden von Abigail Ahern und habe wohl auch deswegen mein Apartment in dunklen Farben gestrichen. Dank der großen Fenster geht das ganz wunderbar. Vor dunklen Farben sieht alles einfach großartig aus.”

Ein grauer Faden

„Mir gefällt, wie manche Freunde sich ein bisschen erschrecken, wenn sie zum ersten Mal den dunkel gestrichenen Gang sehen. Ich wollte, dass insgesamt alles stimmig aussieht, sich die Zimmer aber auch unterscheiden. Deshalb sind die Wände im Schlafzimmer etwas heller.”

Glamouröse Vergangenheit

Mit dem Wort „Neubau” verbindet man nur selten eine charmante Geschichte. Aber zu Annas Zuhause gibt es eine besondere Story: „Vor dem Umbau standen hier die Gainsborough Pictures Studios, wo schon Alfred Hitchcock drehte. Im Jahr 2002 wurden daraus Wohnungen, wobei Teile der Fassade noch vom alten Gebäude sind. Im Hof steht eine riesige Büste von Hitchcock.”

Bildschön

„Als Fotoredakteurin besuche ich oft tolle Locations, die mich auf schöne Ideen bringen”, erzählt Anna, die dank ihres Jobs nicht nur online Inspiration findet. „Natürlich durchforste ich auch Pinterest und kaufe mir jeden Monat einige Magazine. Aber alles, was ich zu oft gesehen habe, interessiert mich nicht mehr.”

Gut recherchiert

„Das Interesse an Interiordesign hat sich mit Ende 20 bei mir entwickelt, aber so richtig blühte es erst auf, als ich für Elle Decoration und ähnliche Magazine arbeitete. Ich habe über ein Jahr Ideen gesammelt, da ich so viele Bilder von Presseveranstaltungen bekam. Als ich dann die Wohnung kaufte, hatte ich schon eine genaue Vorstellung wie alles aussehen sollte.”

Made for Anna

„Mir gefällt die Vetro Tischlampe schon lange – seit ich sie in der Wohnung von Chris Clarke gesehen habe. Ich kenne nichts vergleichbares und sie erzeugt ein sehr angenehmes Licht – ich kann es nicht ausstehen, wenn eine Lampe zu grell ist. Ich besitze außerdem einige Accessoires von MADE.COM. Mir gefällt, dass viel von dem Geschirr in Portugal hergestellt wird. Ich habe außerdem die Terra.Cotto Töpfe, Bettwäsche und Newberg Besteck (dass matte Messing sieht toll in Fotoshootings aus). Und auch die Marmorteller sind sehr fotogen.”

Die wahre Liebe

„Von Natur aus sammle ich gerne Dinge, aber hier habe ich nur begrenzt Platz. Das nervt natürlich manchmal, ist aber auch ein Vorteil, da ich so öfters aussortiere.” Ein Eigenheim bedeutet schließlich nicht, dass man keine Kompromisse mehr machen muss. Aber Anna hat gelernt, das meiste aus ihrer kleinen Wohnung herauszuholen: „Alles, was hier ist, liebe ich wirklich.”

Autor: Carly-Ann Clements
Fotograf: Ola Smit

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