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Alex and Paul in ihrem Wohnzimmer mit grauen Wände und einem Marmorkamin

In Eigenregie: Wie sich Alex und Paul ihr Zuhause selbst renovierten

„Manche Leute vergleichen es mit der Geburt eines Babys. Sobald es vorbei ist, vergisst man, wie traumatisch alles war”, fasst Alex die Renovierung des Londoner Hauses zusammen, in dem er mit seinem Partner Paul wohnt. Als sie es kauften, sahen sie in dem alten, etwas runtergekommenen Bau die Chance, ihre eigene Vision umzusetzen. Der Aufwand war groß: Alex und Paul verbrachten fast drei Jahre damit, alles auf Vordermann zu bringen. Die wichtigsten Helfer: das Internet und ihre eignen Hände. Uns hat das Paar erzählt, warum es schließlich ein Happy End gegeben hat, wie es sich so auf einer Baustelle lebt und was sie bei dem Projekt gelernt haben.  

Selbst sind die Männer

Nicht nur die Planung war zeitaufwendig. Auch die Recherche von Online-Tutorials, um Dinge selbst auszuprobieren machte Arbeit: „Ich habe schnell bemerkt, dass es nur wenig gibt, das man nicht selbst machen kann“, sagt Alex. „Ok, mal abgesehen von Heizungs- und Stromarbeiten. Einfache Klempnerarbeiten bekommt man selbst hin, etwa die Wasserhähne. So schwer ist das gar nicht. Ein YouTube-Video, und siehe da – alles funktioniert genau so, wie es dort gezeigt wird.”

Zukunftsorientiert

„Die Hälfte einer Hausrenovierung verbringt man mit dem Lösen von Problemen. Nicht mit Dingen, die bereits fertig sind, sondern man denkt sehr viel daran, was noch so ansteht“, findet Alex.

Alte Freunde

Nicht alles, was einzieht, muss brandneu sein. Gerade was die Möbel angeht: „Wir lieben unser Ritchie Sofa. Das stand schon in der alten Wohnung. Und ist jetzt fast vier Jahre alt.”

Neu dabei

„Unser erster neuer Kauf für dieses Haus war der Scott Sessel. Allerdings blieb er erst mal sechs Monate in Knallfolie eingewickelt stehen, umgeben von Baumaterialien und eingedeckt in Staub. Bis wir ihn schließlich neben dem neu eingebauten Marmorkamin aufstellten – von dessen Seite er noch kein einziges Mal gewichen ist.”

Dunkle Vision

„Mein Lieblingsraum ist das Wohnzimmer”, verrät Alex. „Hier stimmt alles und das Risiko auf dunkle Wände zu setzen hat sich gelohnt. Ich hatte schon vor dem Einzug fest im Kopf, dass ich für das Wohnzimmer richtig dunkle Wände wollte.”

Gesundes Selbstvertrauen

Ihren eigenen Stil und Charakter bringen die beiden vor allem durch die Dekoration zum Ausdruck. „Eigentlich verbietet es der gute Ton, sowas zu sagen, aber im Grunde vertraue ich komplett meinem eigenen Geschmack“, gesteht Alex. „Wenn mir etwas gefällt, gehe ich immer davon aus, dass es deshalb auch zum Rest passen wird. Manchmal bleibe ich bei ausgestopften Tieren hängen, manchmal bei Schlittschuhen – und mein Instinkt sagt mir, dass das alles zusammen funktionieren wird.”

Was für ein Charakter

„Ich finde es wichtig, sich mit lustigen Dingen einzurichten oder Objekte zu haben, mit denen man schöne Erinnerungen verbindet – etwa die Vase meiner Oma auf dem Kaminsims im Schlafzimmer”, sagt Paul. „Und ich stelle auch gern Sachen hier hin, die andere Leute schrecklich finden. Vielleicht sollte ich darüber mal mit einem Therapeuten sprechen.”

Was fehlt noch?

„Ein neues Bett stand ganz oben auf unserer Wunschliste. Wir haben schon länger ein Auge auf das Penn Holzbett in Eiche. Wir suchen noch nach Nachttischen, in denen man Smartphones usw. clever laden kann. Ich würde hier nämlich nur eine Sache ändern: die verflixten Kabel, die hier kreuz und quer verlaufen.”

Durchhalten

Vor allem einen Tipp haben die beiden für alle, die renovieren: „Haltet durch! Irgendwann erreicht man den Punkt, an dem man denkt ‘Ich will nicht mehr, mir ist alles egal’. Aber man muss weitermachen“, erklärt Paul. „Es gibt Tage, da will man nichts mehr miteinander zu tun haben und schon gar nicht mit dem Haus“, ergänzt Alex. „Dinge werden schiefgehen und das Geld wird knapp werden, aber solche Tage muss man einfach abhaken und dann von vorne anfangen.”

Tiefphasen

So sehr sich die beiden auf das Projekt freuten, die Realität holte sie schnell ein: „Kurz nach dem Einzug war es furchtbar“, erinnert sich Social Media Manager Paul. „Ich fand es so schrecklich, dass ich die Küche nicht mehr verlassen habe. Es kostete mich einiges an Überwindung, den Rest des Hauses anzuschauen“. Diese Beklommenheit ist auch nach ein paar Wochen nicht verschwunden: „Wir lebten die ganze Zeit im Staub, da konnte wir so viel putzen, wie wir wollten.”

Das Weihnachtswunder

Trotz der vielen Tiefpunkte, es gab auch einige Höhenflüge. „Für unser erstes Weihnachten hier hatten wir Freunde eingeladen. Am Vormittag vor dem Fest waren wir noch am Streichen und Bilder aufhängen. Aber als dann Freunde und Familie da waren, konnten wir das Haus zum ersten Mal genießen.”

Inspirierende Nachbarschaft

„Wir verstehen uns super mit den Nachbarn. Wir haben ihre Häuser besucht, um zu sehen, wie sie ihre Küchen gestaltet haben. Die Leute gegenüber haben den gleichen Grundriss und da haben wir uns das OK geholt, das einfach zu kopieren.”

Digital Deco

Nicht nur die Nachbarn lieferten Alex und Paul Inspiration. Da beide Vollzeit arbeiten, suchten sie vor allem online nach Ideen. „Wir haben fast nur im Internet recherchiert und das meiste online bestellt”, sagt Alex. „Wir haben dort nach Vintage-Händlern und Auktionshäusern gesucht. Ich habe eine halbe Stunde gegoogelt und fand einen Laden, der unsere Heizkörper für 100 Pfund weniger angeboten hat als ein großer Shop in der Stadt. Ich habe Stunden vor dem Bildschirm verbracht. Selbst als ich mal eine Tür in der falschen Größe kaufte, konnte sich sie einfach online weiterverkaufen.”

Der Budget-Faktor

Aber nicht nur Leidenschaft und Interesse motivierten Alex und Paul zu diesem Projekt. Es gab auch einen ganz rationalen Grund: „Geld spielte eine wichtige Rolle“, merkt Alex an. „Oft sieht man Häuser und denkt „Das ist perfekt“ – so war es hier nicht. Es war eine Kopf-, keine Herzentscheidung. Wir wollten ein Haus und es gab genau drei, die wir uns in dieser Gegend leisten konnten. Eines war gerade renoviert worden, da konnten wir also selbst nichts mehr machen. Das andere war in einem zu schlechten Zustand – es hingen Müllsäcke in den Fenstern. Und dann gab es dieses hier.”

Mut wird belohnt

„Viele Interessenten schreckte ab, wie viel Arbeit in das Haus noch investiert werden müsste. Deshalb haben wir weniger bezahlt, als der Vorbesitzer anfangs verlangt hatte – was 2015 eine Seltenheit war.” Alex, der als Redakteur bei einem Modeshop arbeitet, hatte zwei feste Vorstellungen bei der Haussuche: Er wollte ein Renovierungsprojekt und dort dann alles selbst machen: „Ich finde es faszinierend, wie die Dinge aufgebaut sind. Ich habe in meinen Zwanzigern mal für die fantastische Bildhauerin Oriel Harwood gearbeitet. Sie sagte zu mir, dass dieser Job mir jede Angst vor DIY-Projekten nehmen würde. Und sie hatte recht.”

Autor: Carly-Ann Clements
Fotograf: Anna Batchelor

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