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Licht, Kamera, Action: Ein Zuhause  mit Starpotenzial

Licht, Kamera, Action: Ein Zuhause mit Starpotenzial

Nachdem Sarah Bourguignon erst ihren Eltern das Haus einrichtete, dann für Freunde Filmsets stylte – und eine erfolgreiche Karriere daraus machte – bot sich ihr nach Jahren endlich die Chance, eigene Design-Ideen zu verwirklichen. Wo? In einem charmanten Altbau im belgischen Antwerpen. Die Bühnenbildnerin und Produzentin schuf dort ein eklektisches Zuhause in dunklen Farben und voll einzigartiger Sammlerstücke. Uns hat sie ihr Interior erklärt.

Immer locker bleiben

„Perfekte Interiors schüchtern mich ein“, gibt Sarah zu. „Ich bin nicht der Typ, der seine Bücher nach Farben sortiert. Dafür benutze ich sie viel zu oft. Mir gefällt es, wenn die Dinge ganz von selbst zueinanderfinden und dabei verschiedene Styles und Epochen zu mixen. Ich finde, man darf beim Einrichten ruhig Humor haben: Ein wenig Kitsch, wie mein schäbiger Vogel hier, zeigt doch, dass man sich selbst nicht zu ernst nimmt."

Wunderkammer

„Als Bühnenbildnerin – und später als Produzentin – sammelte ich alle möglichen interessanten Dinge, die ich dann bei meinem Vater lagerte. Dort blieb das ganze Zeug, bis ich endlich meine eigene Wohnung kaufen konnte“, erzählt Sarah. „Die schlichte Starkey Lampe ist ein toller Kontrast zu meiner eher ungewöhnlichen Sammlung.“

Gesunder Egoismus

„Interior-Design fand ich schon immer spannend", erinnert sie sich. „Als Kind wollte ich bestimmen, welche Möbel meine Eltern kaufen. Später konnte ich diesen Gestaltungsdrang mit dem Stylen von Filmsets und Theaterbühnen ausleben – aber erst als ich hier einzog konnte ich endlich alles genauso machen, wie ich es wollte."  

Alles auf Null

„Das Gebäude ist ein altes Stadthaus, das entkernt und in Apartments aufgeteilt wurde. Im Grunde kaufte ich nichts weiter als eine leere Hülle. Den neuen Grundriss durfte ich zusammen mit dem Architekten gestalten", erklärt Sarah. „In einige der originalen Details hatte ich mich sofort verliebt, die behielt ich natürlich – dazu gehören die alten Holzdielen und die großen französischen Türen."  

Roadtrip

„Die hellgelben Küchenschränke entdeckte ich online auf der Seite eines Schweizer Vintage-Shops – der natürlich nicht nach Belgien liefert! Sie waren sehr günstig und brauchten nur ein wenig Liebe und einen frischen Anstrich. Also mietete ich einen Wagen und los ging’s nach Zürich. Wenn ich mich für etwas entscheide, dann ziehe ich das auch durch."  

In Feierlaune

„Gute Freunde, guter Wein, schlechte Musik. Auf meinen Partys kann es schon mal wild werden“, gesteht Sarah. „Es gibt immer viel zu viel Essen und Drinks. Aber ich kann mir nicht helfen – einen vollen, schön gedeckten Tisch finde ich einfach wichtig. Ich bin ständig auf der Suche nach Accessoires, die zum Stil der Wohnung passen.“

Blaues Wunder

„Chrom und Silber versuche ich zu vermeiden. Viel schöner finde ich schwarzes Metall, schimmerndes Messing und rotes Kupfer“, erklärt Sarah. „Es ist manchmal nicht leicht da konsequent zu bleiben aber Stimmigkeit muss sein.“ Auch bei den Farben verschrieb sie sich einem einheitlichen Konzept – Blau entdecken wir in gleich drei Räumen: „Das Roscoe Bett greift den zeitlosen Ton wieder auf, selbst sein Material hat etwas edles. Definitiv mein Lieblingsstück im Schlafzimmer.“

Plan it

„Den größten Fehler, den man machen kann? Stauraum vergessen. Ich habe hier einen Ankleidezimmer eingeplant und schon bei der Planung genau überlegt, was wo hingehört. Vom Staubsauger bis zum Strandtuch – hier hat alles seinen Platz.“

Ordnung entspannt

„Ein durchdachtes, frisch geputztes Zuhause lässt mich entspannen“, sagt Sarah. „Ich denke, genau das habe ich hier umgesetzt – bis auf das Ankleidezimmer, da wird’s manchmal etwas chaotisch. Deswegen ist es neben dem Badezimmer auch der einzige Raum mit einer Tür.“

Nachmacher

„Mein Geschmack ist schon etwas kostspielig: Interiors, die ich toll fand, waren voll unvorstellbar teurer Designermöbel. Was mich an ihnen so begeisterte, war der Einsatz von Kupfer und ihr industrieller Look“, erinnert sich Sarah. „Am Ende habe ich High-End-Design mit günstigen Alternativen nachempfunden, zum Beispiel im Badezimmer mit einer Wand in Kupfer und der schwarzen Wanne. Eine Verkäuferin riet mir, weiße Fliesen nicht Schwarz zu verfugen – zum Glück habe ich nicht auf sie gehört."

Alles in Ordnung

„Herumliegendes Zeug kann ich nicht ausstehen, bei mir muss alles in einen Korb oder Behälter: Teebeutel, Zucker, Gewürze, Kerzen, Geschenkpapier … solche Dinge eben. Die Dosen und Boxen von MADE sind dafür perfekt. Vor allem die Marmordesigns fürs Bad sind nicht nur praktisch sondern auch echt schön.“

Auf gute Nachbarschaft

„Antwerpen ist meine Stadt. Ich habe erst ein paar Jahre in zur Miete gelebt und dann dieses Haus im Viertel Borgerhout entdeckt. Die Gegend ist günstig und es ist immer viel los: Neue Bars, neue Restaurants, viele Spätis und die Leute sind echt freundlich. Konzerte, Kino, Kostümpartys – man kann hier so viele coole Sachen machen.“

Summer in the city

„Im De Walvis kann man auf der grünen Terrasse entspannt brunchen. Das Café ist einfach wunderschön, besonders an lauen Sommerabenden. Sobald es kälter wird findet man mich im Café Mombasa: Ein gemütlicher Pub voller Krimskrams, der an die lokale Sportlerlegende Stanneke Ockers erinnert,“ erzählt Sarah. „Zum Shoppen geht man am besten in die Innenstadt. Ich liebe Designerteile, kann sie mir aber nur second-hand leisten: Im Shop Rosier 41 habe ich schon Vintage Dries Van Noten oder Ann Demeulenmeester entdeckt.“

Autor: Wided Bouchrika
Fotograf: Patricia Goijens

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