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Sommer Pyne im Frame Sessel

Modern meets mondän: Das Londoner Townhouse von Sommer Pyne

Sommer Pyne, Gründerin der Online-Boutique House Curious, verabschiedete sich von einer Karriere in der Werbebranche, als sie ihren Nebenjob zur Vollzeitstelle umwandelte: Wohnungen zu renovieren machte ihr einfach mehr Spaß. Nach ein paar Jahren im Geschäft und nach der Geburt ihrer Tochter startete sie von Zuhause den Shop. Wir haben sie in ihrem spektakulären Haus in London besucht.

 

Renovierungsträume

Vor 12 Jahren zog Sommer von Sydney nach London und im Nu hatte sie die Fernsehgewohnheit der Briten übernommen: Renovierungs-Shows. „Ich konnte von Sendungen wie Property Ladder und Grand Designs nicht genug bekommen und träumte davon, eines Tages mein eigenes Projekt verwirklichen zu können.” Dieser Tag kam schneller als gedacht. Nach acht Renovierungen von Häusern und Wohnungen stand sie vor ihrer größten Herausforderung: einer grundlegenden Sanierung eines viktorianischen Hauses in London.

Steile Lernkurve

Der Wechsel in die Interior-Welt war kein Spaziergang: „Anfangs empfand ich es als stressig, mich mit den Bauarbeitern abzusprechen und Budgets einzuhalten – ständig hatte ich das Gefühl, mir geht das Geld aus. Beim ersten Projekt strich ich die Wände selbst, ein Handwerker half mir beim Schleifen der Böden. Ich habe ihm wohl leidgetan. Mit diesen Projekten lernte ich, wie eine Renovierung abläuft und worauf man achten muss. Dadurch gewann ich genug Selbstvertrauen, mein eigenes Renovierungsprojekt anzugehen – dieses Haus.”

SDY nach LON

Die Erfahrung auf zwei Kontinenten gelebt zu haben, hat Sommers Stilgespür entscheidend geprägt: „Nach dem Umzug von Sydney nach London habe ich mich schnell in die charmant-ulkigen Interiors von Pubs und Geschäften in England verliebt. Was für ein Kontrast zu meinem modernen Stadtapartment in Australien.” Aber sie vermisste das helle, großzügige und entspannte Wohngefühl ihrer Heimat. Um diesem so nah wie möglich zu kommen, ließ Sommer in die Rückseite des Hauses viele Fenster einbauen: „Ich wollte durch einen offenen Wohnbereich den Vibe von Australien einbringen, die dunkleren, stimmungsvollen Räume sind von meinem Leben in London beeinflusst.”

Die Zentrale

„Die Küche ist mein Lieblingszimmer – ich habe sie als erstes geplant. Hier verbringen wir als Familie die meiste Zeit. Ich liebe auch diesen schönen Hängestuhl – von dem Platz aus hat man einen tollen Blick in den Garten.”

Offline ist besser

Obwohl sie selbst ein große Followerzahl auf Instagram hat, sucht sie ihre Inspiration außerhalb der digitalen Welt: „Damit ein Interior frisch wirkt, sollte man sich meiner Meinung nach auf Reisen oder von der Mode inspirieren lassen und weniger Trends folgen. Mir fallen viele für mich Stil prägende Dinge ein: die Kindheit in Sydney, tolle Restaurants oder Clubs, in denen wir früher ausgingen.”

Immer nach Gefühl

„Mein Tipp für alle, die sich an ihre erste Renovierung wagen: Geht Risiken ein und vertraut eurem Bauchgefühl. Die meisten Entscheidungen lassen sich eh rückgängig machen.”

Nimm's persönlich

Kein einziges Detail in Sommer’s Haus wirkt langweilig oder uninspiriert. „Perfektion liegt im Auge des Betrachters und jedes Zuhause sollte den Charakter seiner Bewohner wiedergeben. Einfach nur dem Prinzip „Ich will anders sein” zu folgen, halte ich für unnötig. Mein Haus soll reflektieren, wer ich bin. Wenn man seinem kreativen Instinkt folgt, schafft man etwas Einzigartiges.”

Gerne dunkel

„Der beste Einrichtungstipp, den man mir gegeben hat? Hab keine Angst davor einen Raum komplett in dunklen Farben zu streichen - inklusive Zimmerdecke.”

Modern + Retro

Überall im Haus finden sich Möbel und Accessoires von MADE. „Ich liebe jedes einzelne von ihnen. Ich finde das Design toll, sie wirken modern und auch ein bisschen retro. Eines der Sideboards im Industrial-Stil passt hervorragend zu meinen Samtstoffen, von denen ich ein großer Fan bin.”

Keine Sperrstunde

Der größte Luxus in Sommers Haus? „Die Bar! Sie hat unser Budget doch etwas ausgereizt. Aber sie ist einfach ein Highlight. Im Kern ein Industrial-Look, dazu charmant und voller Charakter. Ich habe sie nach meinen Großeltern, Scotch und Ted, benannt.”

Partyhit(s)

Wir wollten wissen, wie man eine legendäre Party schmeisst: „Man sollte sicher stellen, dass die Gäste genug Alkohol trinken! Nein, natürlich nicht. Ich werde immer nach meiner Playlist gefragt, Musik ist eben wichtig, ebenso die Beleuchtung. Und die Bar ist natürlich der absolute Hit für Parties.”

Auf Farben setzen

Ohne neue Wandfarben geht es nicht. Wer einen Raum wirklich upgraden will, muss laut Sommer zu Pinsel und Eimer greifen: „Gerade dunklere Farben verändern ein Zimmer komplett. Eine schöne Alternative zu Magnoliabeige ist immer ein frisches Grau. Blackend von Farrow & Ball, ein kühles Weiß mit leichtem Graustich, habe ich im Schlafzimmer, Küche und Gang eingesetzt.”

Farb-Feeling

Im ganzen Haus hat Sommer mit vielen Farben gearbeitet, von zarten Rosatönen bis hin zu tiefen Tintenblau. Bei der Auswahl folgt sie dem Gefühl, das sie für den Raum im Sinn hat: „Das Schlafzimmer sollte beruhigend und entspannend wirken, deshalb der kalkweiße Boden und der Samt in mattem Rosa. Jedes Zimmer besitzt einen eigenen Charakter, aber gleichzeitig wirkt das ganze Haus doch wie aus einem Guss. Marmor, Messing und Beton sind etwa verbindende Elemente.”

Autor: Pat McNulty
Fotograf: Anna Batchelor

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