Jetzt bestellen = pünktlich zu Weihnachten auspacken

Shop

Magazin

Design

Zwei Pudel und ein altes Haus – zu Besuch bei Whinnie Williams

Zwei Pudel und ein altes Haus – zu Besuch bei Whinnie Williams

In Zeiten immer gleicher Instagram-Accounts ist es nicht gerade einfach, individuellen Style zu entwickeln. Nicht so bei Whinnie Williams. Von ihrem viktorianischen Reihenhaus könnte man vermuten, dass dort neben Whinnie und ihrem Freund auch Elvis Presley und Rosamunde Pilcher leben. Whinnies kreative Philosophie? „Was du dir vorstellen kannst, kannst du auch umsetzen.“ Wir waren zu Besuch, um über eine geglückte Renovierung und ihre zwei Pudel zu sprechen.

Entspannt zurückgelehnt zwischen flauschigen Kissen und noch flauschigeren Hunden, ist Whinnie Williams ein Inbegriff von Retro-Glamour: „Ich träumte schon immer von einem eigenen Haus und dem passenden Pudel.“ Entdeckt während des Studiums der Bühnengestaltung, arbeitet das kreative Allroundtalent heute als Singer-Songwriter, Model, DJ und Designerin. „Mit dem Vorschuss meines ersten Plattenvertrags konnte ich mir dann endlich den Kredit fürs Haus leisten – und den Pudel.“

Ein Trip nach Margate, Englands hippe Kleinstadt am Meer, genügte um gemeinsam mit ihrem Freund Tom und einer „Mini-Farm“ aus 18 Haustieren den Wegzug aus London zu wagen. „Unser neues Haus war total heruntergekommen und in winzige Wohnungen unterteilt – jedes Zimmer hatte ein eigenes Waschbecken. Vom muffigen Teppich will ich gar nicht erst anfangen.“ Also wie genau gelang die Verwandlung zum eklektischen Townhouse?

Am Anfang war das Budget

„Über das erste Jahr haben wir das Haus komplett entkernt und dann stufenweise renoviert. Dazu kam die Planung von Budget für Arbeiten, die wir nicht selbst erledigen konnten – Boiler neu zu platzieren ist aus irgendeinem Grund übrigens wahnsinnig teuer. Böden und Badezimmer auch. Den Rest haben wir, um Kosten zu sparen, selbst gestemmt.“

Material total

Whinnie hat ein Händchen für das Aufspüren toller Materialien. Der gestreifte Linoleumboden im Wohnzimmer ist eigentlich für den Einsatz in Schulen gedacht. Verlegt haben ihn Whinnie und Tom in Eigenarbeit. „Ich wollte unbedingt Streifen am Boden, einen hässlichen Steinkamin aus den 70ern und dazu die Bar. Perfekt für Dinner-Partys.“

Style hoch drei

„Wer sich nicht so richtig an Farben traut, beginnt vielleicht mit einer Dreier-Kombi: ein dunkler Ton, dazu zwei helle. Aber ganz ehrlich: Ich folge selbst keinen Regeln. Mein Ziel im Wohnzimmer war herauszufinden, wie viele verschiedene Farben und Materialien man in einem Raum unterbringen kann.“

Die wilden Siebziger

„Ich liebe die 70s und Midcentury-Vibes und habe mich deswegen für viel Teakholz entschieden, etwa bei Sesseln und Sideboards. Samt passt prima dazu. Farben sind auch echt wichtig, zum Beispiel Pfauenblau, Grün, Orange. Retro-Töne eben.“

Sei ruhig mal Besserwisser

„Metrofliesen haben unser Küchenbudget ziemlich geschont, obwohl der Fliesenleger sie erst nicht vertikal verlegen wollte. Man darf ruhig widersprechen, wenn man von einer Idee überzeugt ist. Unsere Handwerker haben uns von der Holzwand im 70er Stil und vom antiken Schwan-Wasserhahn im Badezimmer abgeraten. Unterm Strich begleichst du aber die Rechnung. Also sei sicher, dass du zufrieden bist.“

Michelin Stern wir kommen

In der Küche probt Whinnie vor der Spiegelwand eher Performances als wirklich zu kochen. Einen Kitchen-Hack hat sie trotzdem: „Wirklich alles sieht im MADE Krishna Geschirr appetitlich aus. Selbst Pasta mit Pesto. Jetzt kann ich zumindest so tun, als verstehe ich was vom Kochen.“

No theme, no dream

Den Kamin verzierte Whinnie von Hand mit zerbrechlichen Muscheln. „Ich beginne immer mit einem einzelnen Objekt – ein Bild, ein Spiegel, eine Lampe. Das inspiriert dann alles andere. Mein Muschelzimmer begann mit den Fundstücken eines Strandspaziergangs.“

Alt trifft Neu

„Das gute an Vintage-Möbeln ist, dass man sie weiterverkaufen kann.“ Bestes Beispiel: Whinnies babyblaues Muschelbett, das eine Freundin auf Instagram entdeckte. „Ich hatte das Geld nicht, also habe ich kurzerhand ein paar andere Sachen verkauft.“

Ganz schön oberflächlich

„Verschiedene Oberflächen und Texturen in einem Zimmer machen immer was her. Stoffproben klebe ich gerne auf ein Moodboard, um zu schauen ob alles passt. Mit meinen Outfits gehe ich übrigens ähnlich vor! Überlege einfach, was einem Raum am besten steht.“

Decke als Feature

„Die Zimmerdecke wird gerne mal vergessen. Dabei kann man die wahnsinnig toll gestalten, wenn man sich mal von Weiß fernhält. Intensive Farben oder Tapete – und man hat sofort ein außergewöhnliches Ergebnis. Also denkt an die Decke!“

Die Dinge, die wir lieben

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Mein Muschelbett kam hier in Einzelteilen ohne Aufbauanleitung an. Die schwere Badezimmergarnitur aus den 70er Jahren mussten wir mit fünf Leuten an Ort und Stelle wuchten. Ich bin mir sicher, dass die Wanne irgendwann durch die Decke in die Küche kracht … “

Definitiv DIY

„Als ein Handwerker bei meiner Freundin einfach mal nicht auftauchte, habe ich kurzerhand ihr Wohnzimmer innerhalb von zwei Stunden selbst tapeziert. Manchmal muss man einfach machen. Wenn dir deine Arbeit nicht gefällt, dann änderst du es eben wieder.“

„Unser Zuhause entwickelt sich ständig weiter – mir macht es macht Spaß, Sachen zu ersetzen, dann wirds wenigstens nicht langweilig. Mein Freund ist Regisseur für Musikvideos, also arbeiten wir oft wie für einen Shoot: Deadline festlegen, grobes Budget planen und los gehts. Unser Ansatz ist leicht chaotisch, funktioniert aber super für uns. Und am Ende sind wir immer happy.“

Autor: Natalie Wall
Fotograf: Phill Taylor

Noch mehr Ideen gibt's im Newsletter

This is a required field

Please enter a valid email address. For example johndoe@domain.com.

Das könnte dich auch interessieren

Fantastisch flamboyant: Zuhause bei Megan Ellaby

So bunt wohnt man in Manchester

Zum Artikel

Von Soirées über den Dächern Berlins

Zuhause bei Refinery29 Chefredakteurin Cloudy Zakrocki

Zum Artikel