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So überleben deine Zimmerpflanzen deinen Urlaub

Du verbringst eine traumhafte Zeit im Ausland, während deine Zimmerpflanzen langsam die Blätter hängen lassen? Um dieses traurige Szenario zu vermeiden, haben wir mit den Pflanzenprofis Sofie Vertongen, Emma Sibley und Sarah Delaval gesprochen. Sie haben für uns eine Checklist zusammengestellt, mit denen deine grünen Freunde die Zeit ohne dich auch gut überstehen.

Antwerpen

Innenarchitektin Sofie Vertongen betreibt den Onlineshop Phyt und das Geschäft The Plant Corner in Antwerpen.

Vor der Abreise

Im Topf

„Der Pflanzentopf sollte auf jeden Fall ein Loch im Boden haben. Dann läuft Wasser gleichmäßiger durch die Erde. Falls du dich nicht von deinen schönen, aber lochlosen Töpfen trennen willst, mische der Erde etwas Pflanzton bei. Die Kügelchen speichern überschüssiges Wasser und geben es langsam ab”, weiß Sofie.

Vorsorge ist Fürsorge

„Gieße Pflanzen vor der Abreise und stelle sie weg vom Fenster, da sie unter direktem Sonnenlicht schneller austrocknen. Kakteen und Sukkulenten kommen über mehre Wohnen ohne Wasser aus, andere Pflanzen schaffen etwa 7 Tage, wenn sie nicht am Fenster stehen”, erklärt Emma.

Wasserspeicher

Sofie: „Mit einer Unterschale zum Topf lässt sich außerdem ein kleines Wasserreservoir anlegen.”

Zusammen bleiben

„Stelle alle Pflanzen nebeneinander auf, das schaft ein gesünderes Mikroklima. Und erleichtert deinen Nachbarn beim Gießen die Arbeit”, rät Sofie.

An der Flasche

„Steche in eine Plastikflasche, die gut in den Topf passt, Löcher. Vergrabe sie so in der Erde, dass nur die Öffnung zu sehen ist. Gieße noch einmal gut und fülle dann die Flasche mit Wasser. Wenn die Erde langsam austrocknet, fließt Wasser langsam aus der Flasche nach”, empfiehlt Emma.

Terracotta-Tipps

„Bei Terracotta-Töpfen gibt es eine Besonderheit zu beachten. Am Tag vor der Abreise sollte man sie noch mal im Wasserbad ziehen lassen. Ein trockener Topf würde sonst das Wasser absorbieren, das für die Pflanze gedacht war. Und sie geht dann leer aus.”

London

Emma Silby ist die Gründerin von London Terrariums, einem Shop mit Mission. Sie will Gewächshäuser in Städten populärer machen und bietet deshalb auch Workshops zu dem Thema an.

Handtücher helfen

„Stelle deine Pflanzen auf ein nasses Handtuch, das zum Teil in einer mit Wasser gefüllten Wanne hängt. So bleibt die Luftfeuchtigkeit hoch und deine Pflanzen können bei Bedarf das Wasser aufsaugen”, empfiehlt Sofie.

Baumwolle auch

Noch ein Tipp: „Mit Streifen aus alten Baumwolllaken oder Garn kann man gut den Wasserstand regulieren. Lege ein Ende um den Pflanzenfuß und stecke den Abschluss leicht in die Erde, das andere Ende kommt in einen Eimer mit Wasser. So erhält die Pflanze genug Wasser, ohne dass die Wurzeln etränkt werden.”

Wassergel

„Falls weder die Freunde oder Nachbarn noch dein Heimwerktalent aushelfen können, tadaa, Wassergel ist die Lösung. Lege den Beutel einfach auf die Erde, das wars schon. Das Gel tritt langsam aus dem Beutel aus und fließt durch die Erde zu den Wurzeln. Es ist eine ökofreundliche Methode und verhindert Austrocknen. Ein 266ml-Beutel reicht in einem Topf mit 15-20 cm Durchmesser etwa 30 Tage”, sagt Sarah.

Kluge Kugeln

Emma: „Sehr praktisch können auch Bewässerungskugeln sein. Die sehen wie etwas zu groß geratenen Pipetten aus, mit einem runden Kopf für das Wasser und einem spitzen Ende, das in die Erde kommt. Trocknet der Grund aus, fließt Wasser aus der Kugel und versogt die Pflanze mit Feuchtigkeit. Eine Kugel reicht etwa eine Woche. Danach müsste sie ein Freund oder Nachbar wieder auffüllen.”

Paris

Sarah Delaval ist Mitgründerin von Paris Pousse, einem französischen Onlinestore, der Pflanzen und stylische Töpfe zu fairen Preisen verkauft.

Das sollte dein hilfsbereiter Nachbar wissen

Frühaufsteher

„Man sollte Pflanzen immer morgens gießen. Dann haben sie den ganzen Tag Zeit für die Fotosynthese. Das reduziert das Risiko, dass sie vor deiner Rückkehr verenden”, sagt Sofie. 

Singing in the rain

„Ich würde beim Gießen auch immer Regenwasser verwenden”, rät Sofie. „Falls sich das nicht besorgen lässt, kann man auch einfach einen Eimer mit Wasser füllen und für eine Nacht stehen lassen.”

Sonntags ist Poolparty

Sofie: „Monstera-, Alocasia-Pflanzen oder Feigengewächse – tropische Pflanzen erleben derzeit einen Boom. Sie brauchen natürlich einen wärmeren Raum, aber im Regenwald ist es auch sehr schwül. Deshalb muss man sowohl Erde als auch Blätter feucht halten. Entweder wischt man sie sanft mit einem Schwamm ab oder stellt sie bei Gelegenheit ins Bad, wenn man duscht.”

So stirbt der Kaktus

„Ja, selbst Kakteen halten nicht alles aus. Sie sind zwar recht pflegeleicht, eine Sache gilt es aber zu beachten: Sie halten so etwas wie Winterschlaf. Deshalb gibt man ihnen im Winter kein Wasser oder Dünger. Im Sommer sollte man sie alle zwei Wochen oder einmal im Monat gießen, je nach Art”, warnt Sofie.

Erste Hilfe

Wer aus dem Urlaub zurückkommt und sieht, dass die Pflanzen am Verdursten sind, sollte es laut Sofie mit folgendem Trick versuchen: „Man muss sie nicht gleich ertränken, um den Wassermangel auszugleichen. Pflanzen, die länger ohne Wasser waren, müssen durch eine 3-Tage-Kur. Solange erhalten sie regelmäßig nur kleine Erfrischungen.”

Autor: Wided Bouchrika

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