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    Die neue Gemütlichkeit: wie aus einem Haus ein Zuhause wird

    Kate Watson-Smyth, Journalistin und Gründerin der mehrfach ausgezeichneten Design-Website Mad About the House, verrät ihre 10 besten Interior-Tipps.

    Ein graues Samtsofa vor einer dunkelblau gestrichenen Wand.

    1. Alt + Neu + Schwarz + Gold = Perfektion

    „Mit dieser Formel sieht jeder Raum gleich besser aus. Okay, es muss nicht immer Gold sein, andere Metallic-Akzente funktionieren auch. Zu oft werfen die Leute beim Umziehen einfach alles weg, weil sie neu anfangen wollen. Was für ein Fehler! Omas Vintage-Stuhl muss bleiben. Solche Stücke erden jede Wohnung, selbst bei einem modernen Look.

    Derzeit fühlen wir uns in grauen Interiors wohl, doch die meisten Leute meiden immer noch dunkle Farben. Dabei verleiht Schwarz einem Raum Tiefe, selbst wenn es nur ein Lampenschirm, Stuhlbeine oder ein Detail im Teppich ist. Ein bisschen Schwarz verhindert auch, dass bunte Looks zu quietschig werden.

    Außerdem immer gut: Accessoires mit Metallic-Akzenten. Lampenschirme mit einem Finish in Metalltönen werfen ein besonders vorteilhaftes Licht. In einem Raum mit dunklen Wänden macht sich ein Metallic-Spiegel hervorragend – er bringt das Zimmer zum Strahlen.”

    Ein weißer Kleiderständer mit Kleiderbügeln in Kupfer.

    2. Folge der Mode

    „Auf der Suche nach einem Farbkonzept für die Wohnung lohnt sich ein Blick in den eigenen Kleiderschrank. Die Farben, die man selbst gerne anzieht, sind ein guter Anhaltspunkt. Wer helle Farben trägt, wird sich in einem hellen Interior wohler fühlen. Sollte sich im Schrank fast nur schwarze Kleidung befinden: Ein paar bunte Accessoires gibt es doch hoffentlich auch, oder?”

    Eine moderne Küche mit dunkelblauen Schränken und Ledergriffen.

    3. Anfassen erwünscht

    „Die Touchpoints – also alles, was man tagtäglich berührt – werden oft übersehen. Lichtschalter zum Beispiel: Wir haben meist diese langweiligen weißen Standardmodelle, dabei benutzen wir sie ständig. Warum achten wir also nicht mehr auf diese Elemente? Schalter aus Metall sind doch viel schöner. Ich habe daheim ganz klassische Exemplare, die ein wunderbares Geräusch machen, wenn man sie benützt.

    Gleiches gilt für Tür- und Schubladengriffe. Meine Küchenschränke haben Griffe aus Leder. Sie fühlen sich einfach angenehm an und können auch ein bisschen schmutzig werden – Leder altert wunderschön.

    Auch das Treppengeländer darf gerne ein bisschen von der Norm abweichen, indem man es in Neonorange oder einer anderen leuchtenden Farbe streicht.”

    Ein offene Wohnküche mit Schränken im Beton-Look.

    4. Licht-Layers

    „Licht muss man schichten. Damit meine ich, dass das Deckenlicht nicht automatisch am wichtigsten sein sollte. Neben das Sofa gehört eine Stehleuchte zum Lesen, dazu kommen dann Tischlampen, gut verteilt in der ganzen Wohnung. Wandleuchten sind ideal, um bestimmte Objekte oder Möbel von oben gezielt in Szene zu setzen.”

    Ein Doppelbett mit gepolstertem Kopfteil und zwei Nachttischlampen in Kupfer.

    5. Mut zu dunklen Farben

    „Viele Leute wollen einen Raum weiß streichen, damit er heller wirkt. Das
    funktioniert aber nur, wenn es in dem Zimmer ausreichend Tageslicht gibt. Ein
    kleiner, dunkler Raum in Weiß bleibt am Ende, was er ist: ein kleiner, weißer
    Raum. Besser ist es, diesen kleinen, dunklen Raum in dunklen Farben zu streichen – inklusive Zimmerdecke. Letztlich kommt es dann auf die richtige Beleuchtung an
    und da darf man ruhig ein bisschen experimentieren. Beim Aussuchen einer
    dunklen Farbe muss man beachten, wie sie auf natürliches und künstliches Licht
    reagiert. Sie kann plötzlich ganz anders wirken. Vor dem Streichen überlege ich
    mir immer: Wer nutzt dieses Zimmer und wann? Ich habe zum Beispiel mein
    Wohnzimmer in dunklem Grau gestrichen, da ich mich darin nur abends aufhalte
    und dann immer die Lampen an sind. Traditionell werden die Fußbodenleisten oft weiß gelassen. Wenn man sie aber in der Farbe der Wände streicht, wirken die Wände höher. Ich würde auch immer die Türen streichen. Es gibt keinen Grund sie weiß zu lassen. Weißen Heizungen steht Farbe genauso gut. Außer, es sind gusseiserne Modelle – das ist ein toller Effekt.“

    Ein gemütliches Sofa mit Kissen und Kunstfelldecken.

    6. Geh mit den Jahreszeiten

    „In Schweden, Dänemark und Finnland passen die Menschen ihr Dekor oft der Jahreszeit an. Man wechselt ja mit jeder Saison die Kleidung, warum verändert man also nicht auch das Interior? Meistens kann man nur sehr begrenzt umräumen. Bei mir daheim gibt es etwa nur einen Platz für das Sofa. Aber kleinere Objekte lassen sich leichter austauschen – Kissen zum Beispiel. Zum Sommer passen Baumwoll- und Leinenbezüge, im Winter kann man dann auf Wolle und Samt umschwenken. Oder man wechselt zwischen Winter- und Sommerteppichen. Selbst die Vorhänge können mit den Jahreszeiten gehen: Im Sommer sind leichte Leinenstoffe toll, für den Winter würde ich gemütliche, dicke Stoffe wählen.”

    Detailaufnahme aus einem Wohnzimmer mit Stehlampe.

    7. Ganz individuell

    „Wer kauft denn heute noch einen dreiteiligen Anzug? Diese Zeiten sind vorbei. Das merkt man auch daran, wie wir wohnen. Wir kaufen einen großen, bequemen Sessel und dann noch einen in einer anderen Farbe und Form. Dazu kommt ein Sofa, das wieder anders aussieht. Diese unterschiedlichen Designs lassen sich leicht mit Kissen oder mit einem Teppich in den passenden Farben zusammenführen.

    Auch um den Esstisch herum darf bunt gemischt werden, indem man unterschiedliche Stühle kombiniert. Wenn man in einem ähnlichen Farbspektrum bleibt, funktioniert das hervorragend. Zum Beispiel sechs unterschiedliche Stühle, alle in Schwarz. Eventuell passt auch noch ein rotes Exemplar dazu. Es muss schließlich nicht immer alles perfekt aufeinander abgestimmt sein.”

    Ein Flur in einer Altbauwohnung.

    8. Fabelhafter Flur

    „Im Gang sammelt sich immer alles an: Schuhe, Jacken, Räder und auch mal Matsch. Hier muss man nicht super ordentlich sein. Aber man kann auch im Flur den eigenen Stil ausdrücken – mit Wänden in einer dramatischen Farbe, einem großen Spiegel auf oder wie wäre es mit einem leuchtenden Neon-Schild? Schließlich sagt der Gang quasi „Willkommen daheim“. Da lohnt es sich doch, ein wenig darüber nachzudenken, was man in diesem Raum sehen möchte.”

    9. Live a little

    „Die Leute nehmen ihre Interiors oft sehr ernst. Klar, es kostet Zeit und Geld, bis alles gut aussieht. Aber oft sind wir zu sensibel mit unserem Zuhause. Ich glaube, wenn man an einem Punkt im Leben angekommen ist, an dem man sich in einer Wohnung oder einem Haus wirklich zu Hause fühlt, weiß man auch, was einem gefällt. Wir hatten jahrelang Teppiche in neutralen Farben, weil man da Schmutz nicht so schnell sieht. Besonders begeistert war ich von denen allerdings nie. Die Vernunft sagt einem vielleicht, dass man sich für einen nüchternen Teppich oder ein neutrales Sofa entscheiden sollte, aber wenn man nun mal Pink liebt – was hindert einen daran, sich ein fantastisches Sofa in Pink zuzulegen?

    Wir haben unseren Kamin vor der grauen Wand in einem hellen, ja fast gleißenden Pink gestrichen – nicht unbedingt eine klassische Farbe. Aber man kann ruhig seinem Bauchgefühl vertrauen und Spaß haben. Falls es einem nicht gefällt, hat man nur den Preis für einen Eimer Farbe gezahlt und ein bisschen Arbeitszeit investiert.”

    10. Grün tut gut

    „Zimmerpflanzen feiern ein Comeback. Sukkulenten sind wieder groß in Mode, aber ich habe lieber nur eine große Pflanze in einem Raum. Ein großer Farn kann den gleichen Effekt haben wie ein Möbelstück und eine dunkle Ecke interessanter machen. Farne brauchen ja zum Glück nicht viel Licht, Kentia-Palmen sind auch recht unkompliziert. Und nicht vergessen: Genauso wie Möbel müssen auch Pflanzen ab und zu abgestaubt werden.”

    Autor: Ellen Kirkpatrick
    Fotograf: Ingrid Rasmussen

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