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Miet and Greet: Loftbesuch in Manchester

Miet and Greet: Loftbesuch in Manchester

Miet and Greet | Jes Toole

Vorsicht beim Bilderaufhängen, Hinschauen beim Möbelrücken und mehr als eine weiße Wand ist auch nicht drin. Wer zur Miete wohnt, hält sich mit dem Einrichten oft zurück – man will beim Auszug schließlich nicht die Kaution riskieren. In unserer Reihe Miet and Greet treffen wir Mieter, die sich trotzdem was getraut haben. Zweite Station: Jes Tooles industrielles Apartment im englischen Manchester.

Name: Jes Toole

Alter: 27

Job: Hintergrund im Personalwesen im Medienbereich, jetzt freiberuflich unterwegs.

Umzugsgeschichte: Serien-Mieter. Lebt seit Juni 2018 in der jetzigen Wohnung.

Mitbewohner: Ihr Freund, Adam

Location: Manchester

Wohnung: Maisonette mit drei Zimmern

Instagram: @loftnq

In Großbritannien besitzen die meisten die Immobile in der sie leben. Warum lebst du zur Miete?

Erstens ist es inzwischen wahnsinnig schwierig, das Geld für eine Anzahlung zusammenzubekommen – es sei denn man spart seit dem ersten Lebensjahr. Und zweitens wollten mein Freund und ich erst mal testen, ob das Zusammenwohnen etwas für uns ist.

Hat das Mieten für dich Vorteile?

Mir gefällt die Flexibilität, man kann schließlich jederzeit ausziehen. Und wenn zum Beispiel der Geschirrspüler mal kaputt geht, muss ich die Reparatur nicht selbst bezahlen. Ich kann immer den Vermieter kontaktieren, wenn ich mal Hilfe brauche. Super praktisch.

Und die Nachteile?

Naja, Wände rausnehmen oder eine neue Küche einbauen erlaubt unser Mietvertrag nicht. Aber irgendwie hat uns das sehr kreativ gemacht: wir haben Rollos und Wandlampen ausgetauscht aber immer im Hinterkopf behalten, dass alles reversibel sein muss – die Tapete etwa ist aus Vinyl und abziehbar.

Und wie hast du die Wohnung gefunden?

Wir besichtigten ein anderes Apartment hier im Gebäude – aber bei der Miete wurden wir überboten. Ich war total enttäuscht aber habe trotzdem sofort wieder durch die Wohnungsinserate gescrollt. Und diese Wohnung entdeckt, die schon seit zwei Monaten auf dem Markt war. Das hat das Verhandeln der Miete sehr viel einfacher gemacht.

"Ich habe schon Vertrauen in meinen Einrichtungsstil aber natürlich gibt es noch viel zu lernen. Mein Style ist sicher nicht für jeden aber es geht mir auch eher darum, dazu zu inspirieren, auch als Mieter mal was zu wagen."

Und dein Vermieter hat mit allem kein Problem?

Er folgt mir auf Instagram, also rufe ich immer einmal an, bevor ich hier irgendwas verändere, um Überraschungen zu vermeiden. Social-Media macht Interior-Projekte als Mieter also nicht unbedingt einfacher. Aber wir sind mega happy, dass wir einen sehr entspannten Vermieter haben, der zu 90% meiner Ideen ja sagt.

Ihr seid zu zweit. Wie lebt es sich in einer recht kleinen Wohnung?

Den zur Wohnung gehörenden Esstisch und die passenden Stühle haben wir in einer Garage untergebracht. Ich will hier eine Weile wohnen bleiben und auf diesen Standard-Glastisch, den man in England in vielen Mietwohnungen findet, hatte ich keine Lust. Die Küche bietet viel Stauraum und das meiste Zeug verschwindet einfach im Gästezimmer.

Jes' Tipps für's Mieterglück

Keine Spuren hinterlassen

Es muss möglich sein, beim Auszug die Wohnung wieder in ihren Urzustand zu versetzen. Wenn man das bedenkt, kann man machen was man will. Und es lohnt sich, den Vermieter auf dem Laufenden zu halten.

Vinyl-Tapeten sind ein Freund

Die Küche habe ich kurzerhand mit Leo-Print gestaltet. Mein erstes Vinyl-Projekt war ein langweiliger Beistelltisch – hat fünf Minuten gedauert und das Ergebnis war fantastisch. Danach war ich süchtig.

Auch mal in Qualität investieren

Am Anfang ergatterte ich ganz viel auf Facebook Marketplace. Und dann gab es diese seltsame Phase, in der ich viele Preisausschreiben gewann. Generell kaufe ich Möbel aber gerne günstig und tausche sie dann nach und nach mit besser verarbeiteten Modellen aus. Gerade bei Statement-Teilen lohnt sich die Investition, finde ich.

Instagram macht's möglich

Freunde von mir kamen zu Besuch und meinten, dass ich meine Wohnung unbedingt vorzeigen sollte. Und das habe ich dann auch gemacht. Meine Follower ermutigen mich total mit meinen kreativen Experimenten. Durch die ganze Vinyl-Geschichte habe ich bemerkt, dass es da echt eine Marktlücke gibt – ich launche in dem Bereich jetzt mein eigenes Business.

Autor: Natalie Wall
Fotograf: Liz Seabrook

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