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Was ist gutes Design? Ein Gespräch mit Michelle Ogundehin

Was ist gutes Design? Ein Gespräch mit Michelle Ogundehin

Architektin, Beraterin, ELLE Decorations Redakteurin und jetzt endlich auch bei uns: Michelle Ogundehin ist international etabliert als Trendjournalistin und Interior-Expertin. Wir konnten die Designgröße dafür gewinnen, MADE.COMs vierte TalentLAB Kollektion zu kuratieren. Hier diskutiert sie mit MADE Design Director Ruth Wassermann die Frage: Was ist gutes Design?

Ruth Wassermann, Design Director bei MADE.COM: Also. Fangen wir mal einfach an: Was ist gutes Design?

Michelle Ogundehin, Design-Journalistin: William Morris hat mal gesagt: „Alles, was man besitzt muss gleichermaßen schön und nützlich sein.“ Das würde ich so unterschreiben. Für mich ist gutes Design immer die schönstmögliche Version eines Objekt, das einen Nutzen hat. Schönheit ist hier natürlich subjektiv. Aber schöne Dinge, die man nicht benötigt sind unterm Strich überflüssig.

Ruth: Oder es ist Kunst.

Michelle: Ja, genau!

Ruth: Du bekommst natürlich in deinem Job viel neues Design zu sehen. Hast du in letzter Zeit etwas entdeckt, das dich wirklich begeistert hat?

Michelle: Die Frage ist normalerweise echt schwer zu beantworten. Aber ich habe erst kürzlich Barber & Osgerby’s „Lane“ Fliesenkollektion für Mutina gesehen …

Michelle: … und fand die genial. Das System ist inspiriert von den Farben der Stadt London. Verkauft werden sie als Sets mit verschiedenen Nuancen – das ermöglicht es den Leuten, in ihren Wohnungen was kreativ zu werden. Solche Konzepte nenne ich „leises“ Design – also Design, das zum Experimentieren einlädt, das aber auch eine klare Funktion hat. Ich mag Designs mit einer Story, Designs die einen Sinn haben.

Ruth: Warum begeistert uns solche Ideen so sehr?

Michelle: Ich mag einfach Dinge, die einen einhalten lassen und zum Nachdenken bringen. Dinge die eine bewusste Entscheidung implizieren. Die nicht einfach Zeug sind.

Ruth: Und wie definierst du gutes Design?

Michelle: Das sind für mich einfach Objekte, die diesen Ahhhh-Moment auslösen. Entweder weil sie neu und einzigartig sind oder weil sie Bekanntes so interpretieren, wie man es noch nicht kennt. Gutes Design berührt auf emotionaler Ebene. Gerade Letzteres ist in Zeiten absoluten Überflusses selten.

„Für mich ist gutes Design immer die schönstmögliche Version eines Objekts, das tatsächlich einen Nutzen hat.“


Ruth: Ja, manchmal weiß man einfach, dass man ein Objekt noch nie zuvor gesehen hat – aber es vermittelt trotzdem den Eindruck als existierte es schon ewig. Weil einfach alles stimmt.

Michelle: Es geht immer um Proportionen, oder? Und die die richtige Balance von Materialien: Hart und weich, dunkel und hell. Eine Komposition so vieler verschiedener Faktoren.  

Michelle: Motivation, einen Standpunkt und einen erkennbaren Signature-Style. Obwohl mir auch die Querdenker und Rebellen gefallen. Leute, die was komplett Verrücktes machen und man sich denkt „Was zur Hölle?“. Aber dann trotzdem irgendwie fasziniert ist.  Wir reagieren alle auf die gleichen Stimuli aber manche Leute kommen auf interessante Art und Weise auf ganz anderer Reaktionen.

Ruth: Wie wichtig ist dir die Förderung neuer Design-Talente?

Michelle: Wahnsinnig wichtig. Aber der Nachwuchs hat ein Problem: Wer seine Ideen nicht verkauft, kann auch nichts Neues designen. Dabei brauchen wir dringend innovative Ideen.

Ruth: TalentLAB bietet Newcomern einen Ausweg aus genau dieser Situation.

Michelle: Einfach klasse. TalentLAB macht es jedem mit einer tollen Produktidee möglich, tatsächlich eine Design-Karriere zu beginnen.

Ruth: Ich finds auch aufregend. Und unsere Kunden haben Mitspracherecht bei der Entscheidung, welches Produkt Realität wird. Das gibt uns noch mal eine ganz neue Perspektive auf die eingereichten Entwürfe. Worauf hast du beim Kuratieren dieser TalentLAB-Kollektion geachtet?

Michelle: Bei den Farben wollte ich Zeitloses und Fashion zusammenbringen. Es ging mir um Designs, die ungewöhnlich sind, den Besitzer aber trotzdem heute, morgen und übermorgen happy machen. Bei den Materialien wählte ich viel Holz und Messing – beide haben für mich etwas authentisches.

Ruth: Dich im Team zu haben hat die ganze Kollektion ganz neu ausgerichtet. Du hast TalentLAB auf ein ganz anderes Level gehoben.

Michelle: Manche der Designs haben haben etwas leicht skulpturales. Wirklich wunderschöne Objekte, schon bevor man realisiert, für welchen Zweck sie gedacht sind. Und das ist eigentlich der springende Punkt. Denn es unterstreicht einfach, dass jeder Gegenstand einen Nutzen haben muss. Dass dich sein Anblick aber auch glücklich machen soll. Darum geht es.

„TalentLAB macht es jedem mit einer tollen Produktidee möglich, tatsächlich eine Design-Karriere zu beginnen.“

Zeit für Tee

„Wenn ich von Zuhause arbeite, brühe ich mir immer eine Kanne Tee. Den Moment mit einem wunderschönen Tee-Set zu würdigen, finde ich brillant. Und die Farbe ist einfach klasse.“

Pflanzlich will ich

„Es ist überraschend schwierig, Übertöpfe zu finden, die nicht von der Pflanze ablenken. Das hier ist ein so wundervolles Konzept, eine noch kleine Pflanze in den Mittelpunkt zu stellen.“

TalentLAB ist MADE.COMs Crowdfunding-Platform. Das Konzept fördert Nachwuchsdesigner mit innovativen Produktideen. Nur bei TalentLAB entdeckst du einzigartiges Design, das es so noch nicht gibt.

 

made.com/talentlab

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